Nürburgring – Motorsport kann innerhalb weniger Augenblicke zwischen maximalem Erfolg und maximaler Enttäuschung wechseln. Beim Michelin 12H Nürburgring startet Mühlner Motorsport mit der #921 von der Pole Position der 992-Klasse, führt das Rennen – und verliert das Fahrzeug in der sechsten Rennstunde durch einen schweren Unfall.
Nach zwei Klassensiegen und dem zweiten Platz in Paul Ricard kam Mühlner Motorsport als Tabellenführer der 992-Wertung an den Nürburgring. Martin Rump, Conrad Tox Leveau und Joshua Bednarski hatten deshalb ein klares Ziel: die Führung in der Michelin 24H Series weiter auszubauen.
Die Voraussetzungen dafür schienen zunächst ideal. Der Porsche 911 GT3 Cup #921 sicherte sich erneut die Pole Position in der 992-Klasse und setzte damit bereits im Qualifying ein deutliches Zeichen.
Auch im Rennen funktionierte das Paket. Die #921 behauptete sich in der Spitzengruppe und übernahm die Führung der Klasse. Fahrer, Ingenieure und Mechaniker arbeiteten auf einen weiteren großen Punktegewinn hin – bis sich die Situation in der sechsten Rennstunde schlagartig änderte.
Joshua Bednarski verunfallte mit der zu diesem Zeitpunkt klassenführenden #921 in Turn 1 schwer. Der Zwischenfall führte unmittelbar zu einer Roten Flagge. Bednarski konnte das Fahrzeug verlassen und wurde vorsorglich zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.
Die Beschädigungen am Porsche waren jedoch so groß, dass eine Fortsetzung des Rennens nicht möglich war. Damit endete ein Wochenende, das mit Pole Position und Führung begonnen hatte, ohne das erhoffte Meisterschaftsergebnis.
Für Mühlner Motorsport war der Ausfall besonders schmerzhaft, weil der direkte Titelrivale Red Camel-Jordans.nl dadurch entscheidend Boden gutmachen konnte. Aus der komfortablen Tabellenführung wurde vor dem Saisonfinale in Barcelona ein Rückstand von 24 Punkten. Bei dort maximal 60 zu vergebenden Punkten bleibt der Titelkampf jedoch vollständig offen.
Parallel brachte Mühlner Motorsport einen zweiten Porsche mit der Startnummer #904 ins Rennen. Rolando Saca, Silvain Pastoris und Marcus Menden absolvierten die zwölf Stunden und erreichten Rang acht der 992-Kategorie – ein wichtiges Ergebnis für die Mannschaft nach dem Aus des Schwesterfahrzeugs.
So bleibt vom Nürburgring ein Wochenende der Extreme: Klassen-Pole, Rennführung und nachgewiesene Siegfähigkeit auf der einen Seite – ein schwerer Unfall und ein empfindlicher Rückschlag in der Meisterschaft auf der anderen.
Entschieden ist deshalb noch nichts.
Beim Saisonfinale über 24 Stunden in Barcelona stehen deutlich mehr Punkte zur Verfügung als bei einem normalen Meisterschaftslauf. Mühlner Motorsport reist daher nicht nach Spanien, um Platz zwei abzusichern. Das Ziel bleibt dasselbe wie vor dem Nürburgring: der Titel in der 992-Klasse der Michelin 24H Series Europe.






